Das Scubapro Hydros Pro 2 ist kein günstiges Tarierjacket. Dafür versucht es, etwas zu verbinden, was sonst oft getrennt ist: die freie Wasserlage eines Back-Inflate-Systems, den Komfort eines klassischen Freizeit-BCDs und die Modularität eines deutlich technischeren Systems.
Das funktioniert erstaunlich gut. Trotzdem ist das Hydros Pro 2 nicht automatisch die beste Wahl für jeden Taucher – und gerade beim Preisvergleich steckt der Teufel im Lieferumfang.
Technische Angaben, Preise und Erfahrungen wurden anhand von Hersteller-, Händler- und unabhängigen Quellen geprüft.
Kurzfazit: Für wen lohnt sich das Hydros Pro 2?
Das Hydros Pro 2 ist besonders interessant für Taucher, die ein hochwertiges Back-Inflate-BCD suchen, regelmäßig reisen und Wert auf Komfort, Modularität und langlebig austauschbare Komponenten legen.
Wer dagegen hauptsächlich möglichst günstig oder möglichst leicht tauchen möchte, findet preiswertere Alternativen. Und wer ohnehin mit einem klassischen Backplate/Wing liebäugelt, sollte auch diesen Weg ernsthaft vergleichen.
Der entscheidende Punkt ist deshalb weniger: „Ist das Hydros Pro 2 gut?“
Das ist es nach unserer Recherche ziemlich eindeutig.
Die bessere Frage lautet: „Sind mir seine besonderen Stärken den deutlichen Aufpreis wert?“
Was macht das Hydros Pro 2 besonders?
SCUBAPRO setzt beim Hydros Pro 2 auf ein Back-Inflate-Konzept mit Monprene-Harness, modularer Konstruktion, acht D-Ringen, zwei rückseitigen Trimmbleitaschen, Super-Cinch-2-Flaschenband und dem sogenannten Smart-Pack-Design. Die Ergo-Lite-Rückenplatte und klappbaren Gurte sollen das System kompakter für Transport und Reise machen.
Besonders auffällig ist das Monorail-Bleitaschensystem. Die abwerfbaren Taschen werden seitlich auf Führungen geschoben und verriegelt. Standard-Taschen nehmen laut SCUBAPRO bis zu 4,5 kg Blei pro Seite auf, die kleineren Mini-Taschen bis zu 2,25 kg.
Das klingt zunächst nach Detailarbeit. Im Alltag ist es aber ein wichtiger Bestandteil des ganzen Hydros-Konzepts.
Komfort und Wasserlage sind die stärksten Argumente
Der unabhängige Praxistest von Scuba Diver Magazine/Divernet fällt beim Tragekomfort positiv aus. Das Hydros Pro 2 saß dort sowohl mit Neopren- als auch mit Trilaminat-Trockentauchanzug stabil; auch das neue Gewichtssystem und das Super-Cinch-2-Flaschenband wurden positiv bewertet.
Das ist wichtig, weil das Hydros Pro 2 eben kein klassisches Jacket ist. Der Auftrieb sitzt hauptsächlich hinter dem Taucher. Dadurch bleibt der Oberkörper vorne freier, und eine horizontale Wasserlage wird begünstigt.
Wer von einem traditionellen ADV-Jacket kommt, bekommt damit ein anderes Tauchgefühl – ohne gleich auf ein klassisches Backplate/Wing wechseln zu müssen.
Genau diese Zwischenstellung ist wahrscheinlich die eigentliche Stärke des Hydros Pro 2.
Modularität: sinnvoller als bloßes Zubehör-Marketing
Das Hydros-System ist stark modular aufgebaut. Verschiedene Komponenten können ausgetauscht oder ergänzt werden, und über die Multi-Mount-Punkte lassen sich beispielsweise Taschen, Lampen oder weiteres Zubehör befestigen.
Das kann den hohen Anschaffungspreis teilweise relativieren. Wenn nach einigen Jahren nicht das komplette Jacket ersetzt werden muss, weil ein einzelnes Bauteil verschlissen ist, hat Modularität einen echten wirtschaftlichen Wert.
Ganz herstellerneutral ist das System allerdings nicht. Viele Lösungen – insbesondere rund um die Bleitaschen und Befestigungen – gehören zum eigenen Hydros-Ökosystem.
Wer maximale Austauschbarkeit zwischen verschiedenen Herstellern möchte, findet sie eher bei einem klassischen Backplate/Wing.
Die Preisfrage: Was ist tatsächlich im Angebot enthalten?
Hier wird das Hydros Pro 2 für Tauchlotse besonders interessant.
Der gleiche Produktname bedeutet nicht automatisch den gleichen Lieferumfang.
Tauchershop lässt beim Hydros Pro 2 ausdrücklich zwischen ohne, Standard und Mini bei den Bleitaschen wählen. UWFUN24 weist dagegen ausdrücklich darauf hin, dass die Monorail-Bleitaschen bei seinem Jacket-Angebot separat bestellt werden müssen.
Noch spannender: Auf bestimmten offiziellen SCUBAPRO-Produktseiten wird ein Standard-Monorail-Set wiederum ausdrücklich als Bestandteil des Lieferumfangs der jeweiligen Artikelvariante aufgeführt.
Deshalb reicht es beim Hydros Pro 2 nicht, Preise aus Google Shopping oder Preisportalen nebeneinanderzustellen.
Man muss die konkrete Konfiguration vergleichen.
Genau dafür haben wir auf Tauchlotse die separate Produktseite aufgebaut. Dort findest du den zuletzt geprüften Einzelpreis und die von uns bestätigten Komplettkonfigurationen. Verwende im Kaufcheck an dieser Stelle einen internen Link mit dem Ankertext:
„Scubapro Hydros Pro 2 – Preise und Komplettkonfigurationen“
Damit bleibt die Kaufcheck-Seite redaktionell und die Produktseite übernimmt die laufend veränderlichen Preisdaten.
Rückruf: Betrifft das Hydros Pro 2 selbst?
Nein.
Das sollte klar gesagt werden, weil die verkürzte Aussage „Hydros-Rückruf“ unnötig verunsichern würde.
SCUBAPRO hat bestimmte Monorail Weight Pockets freiwillig zurückgerufen. Betroffen sind alle Farben sowie Standard- und Mini-Ausführungen, die zwischen dem 29. November 2025 und dem 9. Februar 2026 verkauft wurden. Grund ist, dass sich der D-Ring-Griff zum Entriegeln der Bleitasche lösen konnte. In einem Notfall könnte dadurch das Abwerfen des Bleis verhindert werden. Verletzungen wurden laut Hersteller nicht gemeldet.
SCUBAPRO stellt ausdrücklich klar: Das Hydros Pro 2 BCD selbst ist nicht Gegenstand des Rückrufs. Betroffene Bleitaschen sollen bis zur kostenlosen Reparatur nicht weiter verwendet werden.
Bei gebrauchten oder älteren Monorail-Taschen würde ich deshalb vor dem Kauf nachfragen, ob das konkrete Set betroffen war und gegebenenfalls repariert wurde.
Ist das Hydros Pro 2 ein gutes Reisejacket?
Ja – aber „reisefreundlich“ bedeutet hier nicht automatisch „extrem leicht“.
Die Stärken liegen vor allem in der kompakten Packbarkeit und den Materialien, die wenig Wasser aufnehmen und schnell trocknen sollen. Die Gurte können für den Transport an die Rückenplatte geklappt werden. SCUBAPRO nennt für Größe M rund 3,8 kg; für Größe L liegen offizielle Varianten um 4,05 kg.
Für ein vollwertiges Premium-BCD ist das gut transportierbar.
Ein kompromissloses Ultraleicht-Jacket ist es aber nicht.
Welche Alternativen sollte man vergleichen?
Drei Modelle sind aus meiner Sicht besonders interessant, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.
Mares Magellan HD: Der Preis-Leistungs-Gegner. Mares bietet ebenfalls ein Backmount-/Back-Inflate-Konzept mit integriertem Gewichtssystem. Der offizielle Preis liegt aktuell bei 469 Euro. Damit ist der Abstand zum Hydros erheblich.
Aqualung Rogue: Die modularere und minimalistischere Alternative. Aqualung bewirbt das Rogue mit seinem ModLock-System und 27 möglichen Konfigurationen; der Herstellerpreis liegt aktuell bei 599 Euro.
XDEEP NX Zen Deluxe: Der Schritt Richtung echtes Backplate/Wing. XDEEP nennt 19 kg Auftrieb und für die Deluxe-Version mit Aluminium-Backplate rund 3,2 kg Gewicht ohne Bleitaschen. Das System ist stärker vom klassischen Wing-Gedanken geprägt als das Hydros.
Dabei wäre es falsch, nur die Preise zu vergleichen. Die Systeme verfolgen unterschiedliche Konzepte.
Das Magellan HD zielt stärker auf Preis-Leistung, das Rogue auf Minimalismus und Anpassbarkeit, das Zen auf das klassische Wing-Prinzip – und das Hydros auf die Kombination aus Komfort, Modularität und Premium-Freizeit-BCD.
Für wen würde ich das Hydros Pro 2 kaufen?
Besonders passend finde ich es für Taucher, die bereits wissen, dass sie Back-Inflate mögen, aber keinen klassischen Harness-/Backplate-Aufbau möchten.
Auch für regelmäßige Urlaubstaucher ist das Konzept interessant: schnell trocknend, kompakt packbar, trotzdem vollwertig und komfortabel.
Und wer seine Ausrüstung lange nutzen und einzelne Komponenten austauschen möchte, kann vom modularen Aufbau profitieren.
Für wen eher nicht?
Für Gelegenheitstaucher, die schlicht ein gutes Jacket benötigen, ist das Hydros wahrscheinlich unnötig teuer.
Für Taucher, bei denen jedes Gramm Fluggepäck zählt, gibt es leichtere Lösungen.
Und wer ohnehin stärker in Richtung technisches Tauchen oder maximale Herstellerunabhängigkeit denkt, sollte zumindest einmal ein klassisches Backplate/Wing ausprobieren, bevor er sich entscheidet.
Tauchlotse-Fazit
Das Scubapro Hydros Pro 2 ist eines dieser Produkte, bei denen der hohe Preis nicht völlig aus der Luft gegriffen ist.
Komfortables Back-Inflate-Konzept, modularer Aufbau, kompakte Packbarkeit, schnell trocknende Materialien und das neue Monorail-System ergeben ein ungewöhnlich rundes Gesamtpaket.
Trotzdem muss man nicht automatisch fast vierstellige Beträge für ein BCD ausgeben. Mares, Aqualung und klassische Wing-Systeme zeigen, dass gute Alternativen deutlich günstiger sein können.
Unsere Einordnung: Das Hydros Pro 2 lohnt sich vor allem für Taucher, die genau die Kombination aus Wing-Charakter und komfortablem Premium-Jacket suchen. Wer lediglich ein gutes Back-Inflate-BCD braucht, kann erheblich weniger ausgeben.
Und beim Preisvergleich gilt beim Hydros Pro 2 mehr als bei vielen anderen Produkten:
Vergleiche nicht den billigsten angezeigten Preis. Vergleiche die Ausstattung, mit der du tatsächlich ins Wasser gehst.